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Bist du eine Scannerpersönlichkeit?

Wie reagiere ich auf Situationen, wie hilft mir meine Denkweise meine Ziele zu erreichen, wie kann ich mich motivieren, jeden Tag bewusst zu leben und so zu gestalten, dass ich glücklich lebe und meinen individuellen persönlichen Lebensweg gehen kann.  Einmal mit diesen Themen aus den Bereichen Psychologie & Spiritualität infiziert, lassen sie mich nicht mehr los. 

Eine durchaus hilfreiche Funktion der Psychologie ist es, menschliches Verhalten verständlich zu machen. Wie? Indem Personen Kategorien zugewiesen werden und erklärt wird, warum wer auf welche Art handelt und nicht anders. Dies gibt uns vermeindliche Sicherheit im Umgang mit unserem Gegenüber. Wir können Mitmenschen – und auch uns selbst – einer Gruppe zuordnen und besser einschätzen. 
 
Eine mir bislang unbekannte Spezie ist die “Scannerpersönlichkeit”. Aber wie schön, dass auch ich mich nun einer Schublade zugehörig fühlen kann. 
 
Alles oder Nichts
 
Mein Problem war schon immer, dass ich eine ausgeprägte Neugier an vielen Themen hatte, die keine Logik dahinter erkennen ließen. Hals über Kopf will ich mich am liebsten mit all meinen Ideen sofort und gleichzeitig beschäftigen. Leider weiß ich dann aufgrund dieser Vielfalt an Möglichkeiten schnell nicht mehr, wann, wo, wie und wozu ich diese überhaupt realisieren soll. Ich hatte immer das Gefühl, andere wissen genau, was sie wollen, sind spezialisiert und gehen zielsicher ihren Weg. Mein Interesse an verschiedensten Themen setzten andere und auch ich selbst mit Sprunghaftigkeit oder Oberflächlichkeit gleich. Wankelmut ist auch ein schöner Begriff ;-)
 
Barbara Sher ordnet diese Mentalität der Scanner Persönlichkeit zu. Weltoffene lernwillige Menschen, die ständig neue Dinge ausprobieren  jedoch meistens nicht kontinuierlich bei einer Sache bleiben.
 
Der Weg ist tatsächlich das Ziel
 
Ich setzte mich selbst unter Druck, beständig an einem Thema interessiert sein zu müssen und nach DEM Ziel zu suchen unter dem Motto nur wer sein Ziel kennt, kann auch ankommen.
Manchmal wusste ich selbst nicht mehr,  wo oben und unten ist. Tausend zur Verfügung stehende Möglichkeiten brachten mich zum Verzweifeln, weil mir nicht klar war, wohin sie mich führen könnten. Freude & Interesse ganz ohne Funktion?!
Alles Neue war besonders interessant und die Versuchung ständig noch etwas Weiteres zu beginnen groß.  Oft wollte ich dann noch alles perfektionistisch umsetzen, so dass sich meine Taten eher unvollkommen und insuffizient anfühlten. Vielfältigkeit kann auch zu Verzettelungen führen, das ist klar. Und diese Verzettelung kann dann oft eine Ohnmacht hervorrufen, weil einem einiges über den Kopf wächst und es schwer fällt, Prioritäten zu setzen.
 
Folgendes Beispiel kommt mir sehr bekannt vor:
 
“Was, wenn man beim Lesen eines philosophischen Textes etwas im Internet recherchieren muss, beim Hochfahren des PC am Schwedischkurs vorbeikommt, dort schnell ein paar Lektionen macht, sich dann daran erinnert, dass auch das Quantenphysikprogramm schon länger vor sich hinstaubt, da kurz hineinschaut, auf dem Weg zum Ladekabel des PCs, der Akku ist natürlich mittlerweile fast leer, am Klavier vorbeikommt sich erinnert, das da noch ein paar tolle Noten bereit liegen. Bei einem Blick auf die Uhr diese in Hinblick auf die Nachtruhe der Nachbarn aber liegen lässt. Da unter den Noten aber das Astronomiebuch lag, liest man halt da schnell ein paar Seiten, unterbrochen durch ein dringendes Bedürfnis kommt man auf dem Rückweg an der Küche vorbei, wo aufgeschlagen das neue vegane Kochbuch liegt. Nun kann man der Versuchung einen selbstgemachten Cashewkäse zuzubereiten doch nicht widerstehen….” * 
 
Die Erkenntnis
 
Es dauerte etwas, bis ich meine unterschiedlichen Interessen nicht mehr negativ beurteilte, sondern den Nutzen daraus ziehen konnte. Ich erlaube mir jetzt, meine Interessen nur für mich auszuleben und wenn ich entscheide, sie zu beenden, dann ist das so. Ich weiß jetzt, warum ich etwas lang- oder kurzfristig mache und das es ok ist so zu sein.
 
Ich setze mir Tagesaufgaben, die erledigt werden und danach nehme ich mir Zeit, für die vielen kleinen anderen Dinge. Quasi als Belohnung für erledigten Pflichten.
Ich versuche mir bewusst zu machen, was in naher Zukunft die wichtigsten Dinge sind, die ich umsetzen möchte, um in meinem eigenem Leben effektiv und nachhaltig vorwärts zu kommen.
 
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich zwischendurch aus allem raus zu nehmen und mal gar nichts zu tun. Einfach nur die Gedanken – sein monkey mind – ziehen lassen.  Dann kann sich der Kopf erholen und der irgendwann wieder eintreffende chaotische Tatendrang systematischer eingesetzt werden.
 
 
 
* Quelle:www.open-mind-academy.de