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Blue Zones: Die 5 besten Tipps für ein gesundes langes Leben

Die Blue Zones sind Regionen in welchen die Bevölkerung überdurchschnittlich gesund alt wird. Michel Poulain und Gianni Pes entdeckten diese Regionen und umkreisten diese blau auf einer Weltkarte. Die Regionen innerhalb der blauen Kreise haben sie als “Blue Zones” bezeichnet. Viele Personen in den Blue Zones sind über 100 Jahre alt und erfreuen sich noch einer guten Gesundheit. Alt werden und bis ins hohe Alter vital bleiben, sehr gerne, nur bitte wie? 

Okinawa (Japan), Ikaria (Griechenland), Sardinien (Italien) und Loma Lind (Kalifornien) sind einige der Zonen, wo die Anzahl gesunder älterer Menschen besonders auffällig ist. Bei diesen geografischen Unterschieden fällt es relativ schwer, spontan auf eine Gemeinsamkeit zu schließen. So unterschiedlich die Klimazonen und geographische Lage auch ist, finden sich in der Ernährungsweise jedoch Ähnlichkeiten. Sicherlich gibt es nicht das eine Geheimrezept aber zumindest eine Orientierung an einer Ernährungs- und Lebensweise, die unsere Gesundheit bestmöglich unterstützt. 

Die Ernährung in den Blue Zones

Aus Langeweile oder Frust essen, ist schonmal keine der besten Voraussetzungen für ein langes gesundes Leben. Im Gegenteil. Nach der japanischen Regel “Hara Hachi Bu” hört man bereits auf zu essen, wenn der Magen zu 80% voll ist. Frühstück und Abendessen fallen eher klein aus und die Hauptmahlzeit wird mittags gegessen. Es geht eher um einige Grundprinzipien, die ein Wegweiser und eine Basis für eine gesunde Ernährung sind und im Einzelnen tatsächlich aufgrund saisonaler und regionaler Unterschiede ganz anders sein kann. Folgende Leitlinien lassen sich aus der Ernährung in den Blue Zones ableiten:

1. Pflanzenbasierte Ernährung   

Täglich stehen überwiegend Gemüse, Obst und Salate mit Beilagen wie Hülsenfrüchten auf dem Speiseplan. Heimische Kräuter und Gewürze werden sowohl für den Geschmack verwendet als auch in ihrer Funktion als Heilkräuter gezielt eingesetzt. 

2. Reduktion von tierischen Säurebildnern 
 
Fleisch wird nur zu speziellen Gelegenheiten als Ausnahme gegessen. Es werden kleine Portionen und nur aus artgerechter Tierhaltung gewählt. Verarbeitetes Fleisch wie Hot Dogs oder Wurst stehen gar nicht erst zur Debatte. Auch Fisch wird nicht in Massen, sondern in Maßen verzehrt und immer in Kombination mit ausreichend Gemüsesorten. Milchprodukte werden weitestgehend gemieden (in kleinen Mengen Rohmilch aus Bio-Landwrtschaft), bei den Käsesorten handelt es sich um kleine Mengen von Ziegen- oder Schafskäse.

3. Reduktion von Zucker 

Kekse, Kuchen und Süßigkeiten gehören bei uns meistens ganz selbstverständlich im Alltag dazu. In den Bluezones greifen die Menschen bei Snacks jedoch nicht zu industriellen Schokoriegeln, sondern zu Nüssen und Samen, Mandeln, Pistazien oder Kernen. Und dies ganz ohne Zuckerguss. Auch Softdrinks oder andere gesüßte Getränke stehen, wen wundert es, nicht auf der Tagesliste.

4. Reduktion konventioneller Getreideprodukte

Weißbrot, Wraps und andere Backwaren haben nichts mehr mit einem gesunden Ur-Getreide gemeinsam. Wenn in Maßen ab und zu Getreideprodukte auf dem Speiseplan stehen, dann ist es empfehlenswert, bei dem Biobäcker seine Vertrauens nachzufragen oder selbst zu backen. Es gibt tolle Alternativen aus glutenfreien Pflanzen, die ebenso gut schmecken und schnell gemacht sind.  

5. Wasser 

Überwiegend Wasser hilft unseren Entgiftungsorganen, Säuren und Gifte abzutransportieren. Leckere Kräutertees dürfen ebenfalls nicht fehlen. Und Kaffee? Gelegentlich ein Kaffee (oder besser ein Lupinenkaffee) sind Genussmittel und nicht für einen literweisen Verzehr gedacht. Als Ausnahme und mit Genuss jedoch durchaus erlaubt. 

Letztendlich geht es darum, möglichst naturbelassene saisonale Lebensmittel zu essen. Basenüberschüssig, frisch gekocht und in einer ausreichenden Menge in einem entspannen Rahmen mit Zeit und Genuss. 

Was noch?

Die uns allen bekannten Basics sind auch in den Blue Zones nicht fremd. Moderate Bewegung und möglichst viele Wege zu Fuß absolvieren, anstatt es sich bequem zu machen, heißt die Devise. Interessant ist hierbei, dass Sportarten nicht extrem ausgeführt werden (wie bei uns z.B.  ekzessive Spinningeinheiten nach einem 8 Stunden Tag am PC), sondern regelmäßige Bewegung in Maßen an der Tagesordnung steht. Gartenarbeit ist hier ein Beispiel oder tatsächlich das einfache Kneten von Brotteig mit der Hand (Stichwort: natürliches Workout). Kein ständiges Schwanken von einem Extrem ins andere, sondern ein in Achtsamkeit geführter Tag mit genügend Pausen unter dem Motto “slow down”. Hektisches und wichtiges durch die Gegend laufen mit einem Pappbecher Latte Macchiato in der einen Hand und dem Handy in der anderen ist den Bewohnern der Blue Zones fremd. Dann doch lieber ein Glas Wein mit guten Freunden am späten Nachmittag in aller Ruhe, die Zeit muss sein. Apropos Ruhe, das Wort Ruhestand ist auf Okinawa nicht einmal im Wortschatz vorhanden. Morgens aufstehen und einem Beruf folgen, der einen krank macht, gehört nicht in das Konzept der Bewohner. Hier folgen die Menschen noch ihrer Bestimmung, welche sicherlich nicht darin besteht, die höchste Stufe einer Karriereleiter zu erklimmen. Natürlich ist diese Art von Lebensweise in unserer Gesellschaft nur schwer durchführbar und für viele wahrscheinlich auch gar nicht erstrebenswert. Nichtsdestotrotz lohnt es sich vielleicht, über die ein oder andere Pause mehr und den oft selbst auferlegten Leistungsdruck nachzudenken. Man muss ja nicht gleich aufs Land ziehen und zum Selbstversorger werden.  

Fazit

Die Menschen in den Blue Zones leben, was wir alle meinen bereits zu wissen aber meistens nicht durchführen. “Wissen” reicht leider häufig eben nicht aus, das verändernde Wort heißt auch in diesem Fall “TUN” ! Vielleicht erscheint es uns aber auch zu banal die Basics wie eine naturbelassene Ernährung, ausreichend Wasser trinken, moderate Bewegung, wenig Stress, gute Freunde als Basis für ein gesundes langes Leben ernst zu nehmen.